AIDAcara Erfahrung: Kanaren & Azoren

AIDAcara Reisebericht: Kanaren & Azoren Kreuzfahrt

Ein Erfahrungsbericht – Tagebuch zur AIDAcara Reise

Simone hat auf ihrer AIDAcara Reise täglich ihre Eindrücke niedergeschrieben und uns zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür. Nachfolgend findet ihr den Erfahrungsbericht der AIDAcara Reise „Kanaren und Azoren“ aus Januar/Februar 2019.

Tag 1: Anreise und so

Tag 1 mit Anflug und Ankommen war ein wenig zu anstrengend um viel darüber zu Posten.

Tag 2: Santa Cruz de Teneriffe

Ich habe schon vor dem Abflug gelernt, dass auch Cremes und Salben als Flüssigkeiten gelten.

Von den rigiden Sicherheitskontrollen eines Kreuzfahrtschiffes (nix an Lebensmitteln und Getränken rein oder raus) wusste ich bisher auch noch nichts, aber man lernt halt nicht aus und ich bin ja auch nicht beratungsresistent.

Nur der heroische Cocktails- und Mixgetränke-Selbstversuch hat problemlos geklappt, das Bordguthaben dezimiert und bisher noch nicht zu einem Lieblingsgetränk geführt. Den werde ich wohl weiter durchführen müssen.

Heutiger Liegeplatz war La Gomera. Eine Tour mit dem Mietwagen „zwang“ mich heute Morgen mal gleich als erstes auf einen Skywalk. Was man auf dem Foto nicht sieht ist, wie sich die Nägel meiner verdeckten Hand krampfhaft bei der Suche um Halt um eine Niete, die sagenhafte 5 Millimeter hervorsteht, klammern. 😂

Danach folgten unglaubliche Landschaften mit überwucherten Straßen, verbrannten Wäldern, einem eher trockenen Süden und einem wuchernden Norden.

Tag 3: Real Club Náutico de Tenerife

Heute auf Teneriffa, einer Insel die bei mir ab sofort nur noch schwarze Bananeninsel heißt. Schwarzes Lavagestein prägte die ersten Eindrücke und sollten Bananenstauden jemals die Weltherrschaft anstreben, hier werden sie sich formieren…oder haben es vielleicht schon getan?

Unser gestriger Mietwagen erwies sich mit seinen 500 Kilometern auf dem Tacho als richtiger Newbie im Mietwagen-Geschäft und verrichtete zuverlässig seinen Dienst.

Heute blickten wir respektvoll auf eine sechsstellige Zahl auf dem Tacho die mit 116 begann. Trotz des Klappern, dem fehlenden Kühlergrill und dem großen Riss in dem Teil, in das der Kühlergrill eigentlich gehörte (Und nein, WIR hatten keinen Unfall mit dem Teil) fuhren wir los und nahmen auch die alarmschreiende Tankleuchte unseres roten Veteranen wahr. Nachdem das als erste Handlung abgestellt war, guckten wir uns jede erdenkliche Ecke von Teneriffa an.

Den auf spanisch gehaltenen Hinweis unseres Veteranen, dass er gerne neue Bremsbeläge hätte, hat er uns leider erst zukommen lassen NACHDEM wir klappernd aber abenteuerlustig den höchsten Berg Spaniens, den Teide hochgefahren waren. Das hat uns bei der steilen Abfahrt der rund 2.300 Höhenmeter lediglich unmerklich beeinflusst. Trotz rasanter Abkühlung von 23 Grad am Morgen am Schiff auf stürmische und nebelige 3 Grad auf dem Teide erfolgte die Rückfahrt in schweißtreibenden und beklommenem Schweigen.

Selbst das fröhlich rote Leuchten der Tankanzeige, mitten im Nationalpark, 40 Kilometer Luftlinie (geschätzt) entfernt von der nächsten Tankstelle, im Gewirr der Bäume sogar von GoogleMaps unauffindbar, konnte unsere Stimmung nicht aufheitern.

Aber Ende gut, alles gut. Mit dem nachgetankten Sprit für volle 5 Euro (Diesel kostet hier aktuell 88 Cent je Liter) war der Tank auch schon wieder halbvoll (????).

Hiermit erkläre ich den Ausflugsanteil des Tages für beendet. Die im gleichen Hafen liegende AIDAnova würde von mir selbstverständlich fotografiert und so werde ich mich nach dem Abendessen wieder heroisch dem Cocktail-Selbstest stellen.

Zum Wohl.

Tag 4: La Palma / Teneriffa

Heute dürften wir La Palma besuchen. Und da ich nicht beratungsresistent bin gebe ich auch gerne zu, dass hier wohl noch mehr Bananenstauden zu finden sind als auf Teneriffa.

Unser Mietwagen fuhr uns problemlos zu unserem ersten Ziel, den Mirador Roque de los Muchachos. Ein Berg, der mit 2426 Metern die höchste Erhebung der Insel darstellt und bei klarem Wetter einen Ausblick bis nach Teneriffa bieten soll.

Weder die fallenden Temperaturen schreckten uns ab, noch die Nebelbank, die wir die letzten rund 1200 Höhenmeter durchfahren mussten. Bei vielleicht 10 bis 15 Metern Sicht kämpften wir uns auf den Gipfel in der Hoffnung über der Nebelwand in strahlendem Sonnenschein einen Blick auf den Teide auf Teneriffa zu erhaschen.

Dummerweise war der Berg wohl etwas zu niedrig. Oben angekommen fanden wir sturmgepeitschte Null Grad und völlig vereiste Pflanzen vor. Das Kiosk auf dem Plateau hatte gar nicht erst geöffnet und nur ein paar Touristen froren sich ohne Winterklamotten die Ohren ab.

Dem Mietwagen war offensichtlich auch etwas kalt, denn obwohl wir bei der Weiterfahrt schon längst wieder wärmere Gefilde erreicht hatten zeigte das Thermometer stur 0 Grad Außentemperatur an und sprang dann direkt auf 13 Grad.

Während der weiteren Rundfahrt über die Insel wurden wir mit blühenden Landschaften, jeder Menge Bananen und einem superleckeren Mittagessen an einem schwarzen Strand wieder versöhnt.

Nach den wir kurz vor unseren Ziel noch dadurch einen kleinen Regenschauer mit Regenbogen fuhren kann ich, glaube ich, sagen, dass wir so ziemlich jede möglich Wetterbedingung an einem Tag durchlebt haben. Und irgendwie ist man IMMER falsch angezogen.

Tag 5: Seetag

Nichts hat mich auf den Termindruck und den Stress eines Seetages auf einem Kreuzfahrtschiff vorbereitet. Nichts!

Schon am erstem Tag auf dem Flug von Frankfurt nach La Palma mussten wir unsere Uhren eine Stunde zurück stellen (wahrscheinlich nur um die reine Flugzeit optisch zu verkürzen) und nun, in der ersten Nacht auf der Fahrt von den Kanaren zu den Azoren eine weitere Stunde (dieser Umstellungsstress…).

Das Frühstück während unseres ersten reinen Seetages fand rund um 9.00 Uhr statt (Heimatzeit 11.00 Uhr). Obwohl es sich für einen Urlaubstag um einen eher nächtlichen Termin handelt, ist die gesellschaftliche Akzeptanz einer öffentlichen Nahrungsaufnahme im Pyjama mit Pantoffeln, ungewaschen und mit nicht geputzten Zähnen eher gering ausgeprägt. Daher waren vorher umfangreiche Renovierungs- und Reparaturarbeiten am eigenen Auftreten von Nöten.

Die durch diese Vorbereitungen stark reduzierte Nachtruhe äußerte sich nach dem Frühstück in einem überwältigendem Schlafbedürfnis, dem alternativlos nachgegeben werde musste.

Leider war auch diese Ruhe nicht wirklich erholsam, da es bereits um 11.00 Uhr schon wieder das AIDA-Fantreffen gab, zu dem wir geladen waren.

An dieser Stelle herzlichen Dank an AIDA, die es sich nicht nehmen ließen vier in feschen weißen Uniformen gekleidete Offiziere zu schicken, die uns freundlich begrüßten und sich geduldig all unseren Fragen stellten (an dieser Stelle auch der öffentliche Hinweis, dass die Fernsehserie „Verrückt nach Meer“ in „einigen“ Details nicht der von den Offizieren wahrgenommenen Realität entspricht).

Punkt 11.29 Uhr verabschiedeten sich die Herren mit wehenden Uniformen und dem Hinweis, dass sie bei dem um 11.30 Uhr eröffnenden Poolbrunch ein Deck tiefer für die Essensausgabe zuständig seien.

Nachdem wir den freundlicherweise ausgeschenkten Sekt ausgetrunken hatten folgten wir dem verführerischen Duft des Buffetts und probierten uns gehetzt durch diverses gekochtes, geräuchertes und frittiertes Fischgedönse sowie der dazugereichten Bowle, da das Buffett schon um 12.30 endete.

Zum Glück hatte an diesem Tag das Calypsorestaurant seine Pforten übergangslos um 12.30 Uhr geöffnet und wir hatten die Möglichkeit unser kleines, durch den Fischsnack hervorgerufenes Hüngerchen, zu stillen und dem dazu gereichten Wein zu genießen.

Erneut war eine gewisse Ermüdung, sicherlich hervorgerufen durch die vielen Monate Arbeit ohne erholsame Urlaubsunterbrechung, zu spüren.

Wie gerne hätten wir diesem Bedürfnis etwas länger nachgegeben, aber leider begann bereits um 15.30 Uhr die Versteigerung diverser Kunstgegenstände, der wir aus Interesse beiwohnen wollten.

Unvorhergesehen dauerte diese Veranstaltung bis 17.00 Uhr und sämtliche Restaurants, einschließlich der gefühlt immer geöffneten Pizzastation, waren geschlossen. Auf dem gesamten Schiff gab es bis 18.00 Uhr keine Möglichkeit seinen Hunger zu stillen!

Auf dem Weg in die Kabine für ein Nickerchen war ein Umweg über die Rezeption obligatorisch, um auf diese entwürdigenden und unmenschlichen Lücken in der Grundversorgung aller anwesenden Passagiere hinzuweisen.

Um den unbarmherzig knurrende Magen zu befriedigen, die letzte Nahrungsaufnahme lag immerhin schon länger als eine Stunde zurück, erwogen wir um 18.00 Uhr die wieder eröffnete Pizzastation aufzusuchen bevor wir unserer Reservierung im Selection Restaurant folgen.

Leider war unsere Erschöpfung nach diesem anstrengenden Tag derart groß, dass wir diesem Plan aufgaben (verschliefen) und lieber die Reservierung im Restaurant auf 19.00 Uhr vorzogen.

Nach einem (oder 2) wohlverdienten Absacker in der Calypsobar konnten wir uns dann endlich Ausruhen.

So ein anstrengender Tag kann wirklich jeden kleinen Erholungseffekt der letzten Tage zunichte machen. Gleich nach dem Essen sollte ich vielleicht eine offizielle Beschwerde bei AIDA einreichen. Oder ich mach erst mal ein Nickerchen….

Tag 6: Seetag / Ponta La Gada (Azoren)

Der zweite Seetag erwies sich als ebenso anstrengend und voller Termindruck wie der erste gestern.

Nur das anlegen um 18.00 Uhr in Ponta La Gada auf den Azoren unterbrach den Stress. Beim Millimetergenauen einparken des Lotsen flogen einem zwar wieder die Ohren weg, aber das erste Anlegen bei Tageslicht war eine interessante Erfahrung.

Das beim Landgang gesuchte Restaurant erwies sich leider als Fehlgriff, der Laden war nicht nur geschlossen sondern stand auch zur Vermietung. Ein zufällig gefundener Ersatz war ein voller Erfolg. Frischer Fisch, der erst nach dem Aussuchen zubereitet wurde war so unerwartet lecker, die Bedienung super bemüht und freundlich und bei der Verabschiedung würde uns vom Inhaber persönlich die Hand geschüttelt.

Das mir beim herumstochern in den Fischresten auf der Suche nach übersehenen Teilen spontan der Appetit vergangen war, nachdem ich realisierte, dass es sich bei diesem interessanten kugelrunden Teil um das Fischauge handelte, verschwieg ich diskreterweise.

Kugelrund gefuttert gab es auf dem Schiff noch einen kleinen Absacker vor dem zu Bett gehen.

Tag 7: Ponta La Gada (Azoren)

Ein Tag Aufenthalt in Ponta Del Gada. Wieder sind wir mit einem Mietwagen unterwegs. Inzwischen sind es soviel Eindrücke, dass sie sich kaum noch auseinander halten lassen.

Erster Stopp waren heiße Quellen, in denen örtliche Restaurants ihre Schmorgerichte zubereiteten.

Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter und durften unsere weitere Inselrundfahrt bei strahlendem Sonnenschein genießen.

Tag 8: Horta (Portugal)

Boah, wie die Zeit vergeht. Grundsätzlich hab ich keine Ahnung mehr welcher Wochentag gerade ist (wen interessiert es auch?). Dennoch musste ich traurigerweise gerade feststellen, dass die erste Woche unseres Urlaubs schon vorbei ist.

Dabei habe ich es etst einmal geschafft beim Dart mit zu spielen. Vielleicht sollte ich mein Zeitmanagement überdenken?

Unser heutiger Hafen ist Horta, eine weitere Azoreninsel. Ihr Hafen ist so klein, dass Kreuzfahrtschiff, wenn überhaupt, nur bei günstigen Wetterbedingungen anlegen können. Soweit mir erzählt wurde war das in dieser Saison (von wann bis wann das bedeutet, hab ich vergessen zu fragen) noch nicht einmal möglich.

Aufgrund der super Wetterbedingungen von gestern hat unser Kapitän sich für einen Versuch entschieden und musste dann aber leider aufgrund eines nächtlichen Wetterwechsels kapitulieren. Das Schiff ankerte außerhalb des Hafen und die Passagiere mussten „tendern“ um an Land zu kommen. Wieder etwas gelernt, tendern bedeutet mit den Rettungsbooten in Gruppen transportiert zu werden.

Wem das zu ungemütlich ist, der kann sich ja eine eigene Schalenhälfte einer Walnuss mitbringen, soviel größer sind die Dinger gefühlt auch nicht.

Unser Mietwagen brachte uns durch gewaltige Sturmböen über die Insel wo wir wunderschöne Landschaften, Ausblicke, Sehenswürdigkeiten und jede Menge Kühe bewundern dürften.

Absolutes Highlight war für mich das Gelände des letzten Vulkanausbruchs 1957/58, der Capelinhos. Das unglaubliche Farbenspiel der verschiedenen Gesteinsschichten, die trotz der 60 Jahre, die der Ausbruch her ist, noch immer völlig unbewachsen sind und eher an eine Mondlandschaft erinnern, ist mehr als beeindruckend.

Zum Glück war es ein feuchter Tag, denn der Wind wehte immer mal etwas vom Sand auf und plötzlich stand man mitten in einem Minisandsturm, kaut man auf Steinchen herum, hat Sand in den Haaren und Augen und die Kleidung „rubbelt“ auf einmal etwas beim gehen (Nachdem man die Schuhe erst mal etwas entsandet hat).

Leider erwies sich genau das schlechte Wetter als Hindernis für einen Besuch der Caldeira, einem.Vulkankrater mit 400 Metern Tiefe. Wir waren zwar da, konnten aber leider wegen des Nebels keine 10 Meter weit sehen. Diese Aussicht ist völlig an uns vorüber gegangen.

Den Ausflugsabschluss des heutigen Tages bildete ein Besuch des in Seglerkreisen berühmt/berüchtigten „Peter Cafe Sport“. Sein Gin ist tatsächlich sehr lecker und nach dem Genuss seines genialen Knoblauchbrotes kann man sicher sein, vorerst überall problemlos einen Sitzplatz zu bekommen.

Der heutige Abend wird für mich persönlich eine kleine Herausforderung. Ich kann zwischen zwei Restaurants wählen die folgende Motto haben: Norddeutsch mit Fischsuppe, Himmel und Erde und weiteren „Leckereien“ oder aber Antillen mit Meeresfrüchten und Fisch.

Ich glaube ich werde versuchen mich am Dessertbuffett satt zu essen.

Tag 9: Praia da Vitória (Portugal)

Es ist ein schönes Gefühl erwachsen zu sein und seine eigenen Entscheidungen treffen zu können. Und wenn ich beide Themen der Restaurants nicht mag (siehe Tag 8), kann ich mir tatsächlich einfach mit dem Dessert-Buffet helfen. Merke: Drei Kugeln Eis ersetzen problemlos eine Mahlzeit.

Den heutigen Tag verbrachten wir in Praia da Vitoria auf den Azoren.

Das millimetergenaue Anlegen klappte routiniert und von der Hafenbeleuchtung und geschäftiger Aktivität geweckt betrachtete ich mit Staunen, dass es sich bei der vermeintlichen „Decke“ über unserem Kabinenfenster eigentlich um eine Außentreppe handelt.

Diese wurde mit einem Netz gesichert und dann auf einer Seite abgelassen, damit die Passagiere für ihren Landgang das Schiff verlassen konnten.

Ein paar mit diesem Vorgang betraute Mitarbeiter nutzten die Treppe als diese noch direkt neben dem Schiff hing und waren so freundlich mir ein höfliches Nicken zu schenken, als sie an meinem „Schlafzimmerfenster“ vorbei kamen und realisierten, dass ich mir da gerade neugierigerweise die Nase platt drückte.

Nach verlassen des Schiffs über besagte Treppe ließen wir uns in die nahegelegene Stadt shutteln wo wir erst liebevoll umhäkelte Bäume vorfanden ind dann in der Markthalle das umfangreiche Fischangebot zu begutachten.

Der Strand erwies sich mit seiner ungewohnt dunklen Farbe und Größe als sehenswert und nach einem leckeren Mittagessen ging es auch schon zurück auf das Schiff, daß an diesem Tag ungewöhnlich früh ablegte um sich seinen Weg über den Atlantik zu Bahnen.

Wie entspannt so ein Hafentag doch sein kann. Morgen steht mir ja schon wieder der Stress eines Seetages bevor.

Aber heute Abend hatte ich noch das Glück den zweiten Platz beim Schlagerbingo zu belegen. Den Gutschein für einen Cocktail werde ich mit Freuden und Freunden (Achtung AIDA, mal kurz weg schauen) für den teuersten Drink rausgeben, den ich auf der Karte finden kann.

Tag 10: Seetag

Hach, so ein Seetag….

Nix mit ausschlafen, die Schlacht am Buffett ist früh zu schlagen. Und da wir durch die Rückfahrt die Zeit wieder eine Stunde vorstellen mussten fängt der Stess schon wieder früher an.

Ist das Frühstück endlich erledigt stellt sich die Frage welcher der angebotenen Aktivitäten man nachgehen möchte, bevor um 11.30 Uhr ja schon wieder der Poolbrunch anfängt.

Die Wahl fällt auf den Vortrag des Schiffskapitäns, der die technische Details des Schiffs erläutert und sich den Fragen des Publikums stellt.

Leider überzieht dieser seinen Vortrag erheblich bei dem fast vergeblichen Versuch die Anwesenden von einer ernstzunehmenden Meuterei abzuhalten, da wir erst ab einer gewissen Position auf dem Weg nach Madeira wieder mit der vorhandenen Satellitenschüssel deutsches Fernsehprogramm empfangen können. Es scheint, trotz der sich hartnäckig haltenden anderslautenden Gerüchte, die Erde ist wohl doch keine Scheibe.

Somit gestaltet sich die Eroberung einiger wärmender Gläser des beim Pool-Brunch ausgeschenkten heißen Portwein-Punschs zu einer echten Herausforderung an die ausgefahrenen Ellenbogen.

Das daraufhin eingenommene Mittagessen erweist sich, wie an den Vortagen, wieder als ausgesprochen ermüdend. Ich glaube der ausgeschenkt Wein verträgt sich irgendwie nicht mit dem Punsch.

Das angebrachte Nickerchen währt nicht allzu lange da ab 14.00 Uhr ja schon wieder Kaffee und Kuchen gereicht wird und um 15.30 Uhr die gebuchte Küchenführung mit Besichtigung der Küchen mit Vorratsräumen etc. ansteht.

Die sehr interessante und informative Führung über die Hintergründe und Abläufe der drei Restaurants inklusive einiger Vorratsräume endet gegen 17.00 Uhr mit ein paar gereichten Häppchen und Sekt.

Es gilt nun mit den angebotenen Spielen und Aktivitäten eine gute Stunde Zeit totzuschlagen, bis endlich das Restaurant öffnet und der reservierte Tisch für das wohlverdiente Abendessen 6-Gängige Trüffelmenü eingenommen werden kann (endlich wieder ein paar Fotos von zubereiteten Nahrungsmitteln).

Direkt vor dem Restaurant wird unterdessen das sogenannte Alpenglühen aufgebaut, ein bayrisches Buffet mit entsprechender Diskothek und Partspielen. Nachdem das Nageln eines unschuldigen Baumstumpfes in den frühen Morgenstunden endlich beendet wird findet auch dieser Tag sein ermüdetes Ende.

Tag 11: Madeira

Landung in Funchal auf Madeira.

Empfangen wurden wir standesgemäß mit den „guten Morgen-Rufen“ des AIDA-Superfans Ignacio. Nach Schiffsfreigabe durften wir mit dem Chefkoch des SelectionRestaurants die örtliche Markthalle besuchen und all die leckeren Früchte probieren.

Die anfängliche Bewölkung riss relativ schnell auf und im Verlauf eines wunderschönen Tages sind wir dann mit der Seilbahn über Funchal geschwebt um uns dann mit dem Korbschlitten gerade wieder runterschlittern zu lassen.

Der anschließende Ausflug führte uns erst zu einem Skywalk und dann in ein kleines malerisches Fischerdörfchen.

Nach einer kurzen Rast mit in Knoblauch eingelegten Bohnen und Oliven führe uns unser Weg direkt auf die Terasse des Reids Palace zum Afternoon Tea mit einem freien Blick auf die Bucht und unser dort wartender Schiff.

Bei Sandwiches (ohne Rand) mit Gurke, Käse, Garnelen, Schinken und Eiern sowie anschließend gereichten Scones zur Kanne frisch gebrühten Tee genossen wir die Nachmittagssonne.

Tag 12: Las Palmas de Gran Canaria

Nicht nur, dass es sich um einen dieser stressigen Seetage handelte, die voller Termindruck fast keinen klaren Gedanken zulassen (direkt nach dem Frühstück fängt ja um 11.30 Uhr die Übliche Pool Party an, die anschließend übergangslos zum Mittagessen führt…), nein, wir hatten uns entschieden an der angebotenen Brückenführung mit anschließender Küchenparty teilzunehmen.

Punkt 17.00 Uhr wurden wir freundlich mit Sekt vom Proviant-Meister empfangen, der uns unter anderem durch die Vorratsräume führte, sein Bestellwesen erläuterte und interessante Details über die Abläufe im Hintergrund eines solchen schwimmenden Hotels wissen ließ.

Das informative Gespräch war leider viel zu schnell vorbei und unser frierendes Grüppchen würde direkt aus der Kühlkammer (Bier könnte knapp werden!) von Deck 3 zur Brücke auf Deck 10 „transportiert“.

Leider sind dort keine Kameras erlaubt und so kann ich nur ohne Beweisfotos von der sehr wohnlichen Atmosphäre der Gänge zu Brücke erzählen, die voller Hafenplaketten hingen.

Die Brücke selbst beeindruckte durch die konzentrierte Stille, die von den vier anwesenden Mitarbeitern ausging, sowie einem gigantischen Aus- und Rundumblick von „ganz vorne“.

Die Stille wurde nun durch den Vortrag und die Führung unseres sehr sympathischen Kapitäns Manuel Pannzek unterbrochen. Laut seinen Angaben handelt es sich auf der Brücke nur noch äußerlich um die Originaleinrichtung der AIDAcara. Die technische Ausstattung soll im Lauf der Jahre angepasst worden sein…nun ja, der Mann erscheint glaubwürdig, wir wollen ihm mal vertrauen.

Leider wurden wir auch hier von den anwesenden Scouts gefühlt viel zu früh aus dem Gespräch gerissen und zur Küchenparty geführt.

Die Küchenparty erwies sich als voller Erfolg. Vielen Dank an dieser Stelle an Danilo Schulz und sein Team.

In der Küche selbst, sowie auch mitten im Restaurant, waren Stationen aufgebaut an denen man sich den entsprechenden Gang aushändigen lassen konnte. Wie oft oder in welcher Reihenfolge blieb einem selbst überlassen. Meine persönliche Herausforderung bestand selbstverständlich darin alle 15 angebotenen Gänge zu probieren. Und es war alles so lecker, dass es überhaupt kein Problem darstellte (Speisekarte siehe Bilder).

Bei unserer Rückkehr müssten wir allerdings feststellen, dass wir entweder bei der Erziehung unseres zur Verfügung gestellten Haustieres versagt habe, oder wir hätten mehr füttern müssen. Kann da jemand weiterhelfen (siehe letztes Bild)?

Tag 13: Lanzarote

Ein wunderschöner Tag auf Lanzarote. Das Wetter verhieß erst nichts gutes, aber gegen Mittag lohnte sich die Anmietung eines Cabrios immer mehr. Stirn, Nase und Kinn können nun ein Lied davon singen, dass ungebräunte europäische Winterhaut trotz Sonnencreme keinen Sonnenstrahl mehr gewohnt ist.

Sich aber nur im Schatten aufzuhalten wie die kleinen blinden Albino-Krebse in der beeindruckenden Jameos del Aqua Grotte. Weiter geht es zu diversen Aussichtpunkten mit grandiosen Ausblicken auf Land und Meer.

Highlight des Ausflugs ist ein Besuch des Nationalparks Timanfaya. Die bei einer Bustour erstellten Bilder sind leider farblich von minderer Qualität, da wie unsere Tour in einem Bus mit verdunkelten Scheiben durchgeführt haben.

Zurück an Bord durften wir im Selection Restaurant ein leckeres Steak zu uns nehmen, bevor wir im Theater den Bryan Adams Abend genossen. Anschließend gab es auf dem Pooldeck eine Getränkeauswahl von den bereits besuchten Inseln die dazu führte, dass wir gegen Mitternacht das Einlaufen des Schiffs in Fuerteventura noch live miterleben konnten.

Merke: So ein Schiff parkt sich rückwärts genauso ein wie ein Auto, und die Musik war wohl auch leiser gestellt, zumindest hab ich nix mehr gehört. Die sehen auf der Brücke ohne Radio wohl auch besser, so wie ich.

Tag 14: Fuerteventura

Nein, ich nehme einfach nicht zur Kenntnis, dass da morgen ein paar unangenehme Rituale auf uns zukommen.

Heute erkunden wir erst einmal Fuerteventura. Wieder mit einem Mietwagen, wieder mit einem Fiat Spider und wieder muss ich feststellen, dass es mir völlig unmöglich ist halbwegs elegant ein Halstuch zu binden. Im Angebot habe ich lediglich „Mütterchen“ und „verhinderter Pirat“.

Das verhindert jedoch nicht den „röhrenden“ Fahrspass (wann wird man schon von begeisterten Passanten fotografiert? Oder lag das an meinem Halstuch?), vorbei an Sanddühnen und kilometerlangem Sandstrand, Leuchttürmen und grandiosen Aus- und Ansichten.

Abgerundet wurde der Tag mit einem wunderbaren Farewell-Menü im Selectionrestaurant und der Abschiedsparty auf dem Pooldeck.

Tag 15: Abreise

Aha, so lieb haben die uns wohl auf der AIDAcara. Punkt 9.00 Uhr morgends werden die Bordkarten deaktiviert, die Kabinen sind also zu räumen.
Um 8.30 Uhr überzeugt sich das Housekeeping persönlich davon, dass man auch wirklich am packen ist.

Dabei hatte ich mich zwei Wochen lang bemüht nett zu allen sein (und dem bordeigenen Kamerateam aus dem Weg zu gehen, aber das ist eine andere Geschichte).

Danke an das Team von Danilo Schulz und sein Team die es ins ermöglichten der allgegenwärtigen Hektik beim Frühstück aus dem Weg zu gehen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen wir die AIDAcara um den Bustransfer zum Flughafen zu erreichen. Als kleine Wiedergutmachung für den „stressigen“Start in den Tag gönne ich mir ganze drei der vom F&B angebotenen Schokoriegel.

Als Fazit meiner allerersten Kreuzfahrt möchte ich gerne folgendes Zusammen fassen:

  • Ich war überrascht von den ganzen Sicherheitskontrollen.
  • Die familiäre Atmosphäre auf so einem Schiff habe ich absolut nicht erwartet.
  • Die freundliche Nähe, die von der Crew zum Gast gesucht wird, ist unglaublich.
  • Der Einsatz aller Mitarbeiter, gerade derer im unsichtbaren stillen Hintergrund, ist beispiellos.
  • Das Angebot an Speisen und Getränken geht problemlos als Bootcamp für Adipositas durch.
  • Lieber dreimal Kreuzfahrt als einmal fliegen.

Bye bye AIDAcara, es war eine schöne Zeit. Du hast es mir einfach gemacht Dich zu mögen (als ich endlich raus hatte, wo alle Toiletten sind, hattest Du mich).

Fotos sind Impressionen aus dem Flieger, könnte Paris sein.

P.S. Eine Frage blieb allerdings unbeantwortet, egal wie oft ich sie stellte:

Was macht eigentlich ein Mitarbeiter eines Kreuzfahrschiffs, wenn er das Schiff urlaubsbedingt verlässt? Geht der für zwei Wochen in ein Büro und arbeitet da?

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