AIDA Cruises Kredit: Darum ist eine Vergabe in meinen Augen gerechtfertigt!

AIDA Cruises hat einen Kredit beantragt – warum das durchaus legitim ist, erklären wir heute anhand von Fakten.

Auch AIDA Cruises ist massiv getroffen worden von der Corona-Pandemie. Wir erinnern uns, diese begann etwa im März mit ihren enormen Ausmaßen. Seither hat AIDA Cruises sich darum gekümmert, dass das Geschäft weiterläuft, man hat sich um Kunden und Crew gekümmert und alles in halbwegs ruhige Gewässer gebracht. Im Mai 2020 hat man angefangen einzelne Abteilungen die aktuell durch den kompletten Stillstand keine Arbeit mehr hatten, in Kurzarbeit zu schicken. Um es hier vorweg zu nehmen, Kurzarbeitergeld sind keine Steuergelder, wie immer wieder falsch dargestellt wird. Kurzarbeitergeld entstammt der Arbeitslosenversicherung, in die im übrigen auch alle 1500 landseitigen AIDA Cruises Mitarbeiter mit deutschem Arbeitsvertrag monatlich einzahlen. 

Bis in den November 2020 hat AIDA Cruises sich selbst finanziert und keine externen Gelder beantragt, da waren andere Unternehmen in der Touristik schon zwei Mal bei der Kreditausgabe. Nun hat also auch AIDA Cruises vorgetragen, dass man massiven Verlusten ausgesetzt ist durch den Stillstand der Touristik. 400 Millionen Euro möchte man gerne aufnehmen als Kredit und zurückzahlen, es sind also weder Steuergelder noch will man Geschenke haben. Der Kredit wurde durch ein internationales Bankenkonsortium angefragt zu dem auch JP Morgan und Goldmann Sachs gehören. Vorneweg läuft allerdings wie so oft die KFW Ipex Bank. Und noch mal es geht nicht um Steuergelder, sondern um einen Kredit der durch den Wirtschaftsstabilisierungfond ausgegeben wird. Dort haben bereits die TUI AG, die akut wieder einen Antrag gestellt haben soll, die MV Werften, FTI Toristik und auch die Lufthansa Kredite erhalten. Die Kredite werden letztlich durch den Bund abgesichert, was aber auch ein normaler Vorgang ist.

Nun war es doch so, dass man sehr emotional diskutiert und argumentiert hat, oftmals auch sehr dumm. Daher habe ich mich dazu entschlossen einmal tiefergehend zu recherchieren und bin auf eine sehr interessante Studie gekommen, die jegliche Aussagen im Wind verfliegen lassen, wenn man die Fakten denn versteht. So wurde gesagt, AIDA solle doch da Kredite beantragen wo sie ihre Schiffe registriert haben und dass man ja keine Mitarbeiter in Deutschland hätte und viele weitere sehr geistreiche Aussagen.

Zum einen beschäftigt AIDA Cruises 1500 Mitarbeiter in Hamburg und in Rostock, darüber hinaus auch ein paar in der Schweiz und in Österreich. Für alle in Deutschland ansässigen Mitarbeiter zahlt AIDA natürlich Lohnnebenkosten, die Mitarbeiter zahlen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Zudem ist AIDA einer der größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern und eines der wichtigsten Unternehmen in Rostock, in vielerlei Hinsicht.

Das alleine ist schon ein guter Grund, ein solches Unternehmen nicht hängen zu lassen in einer Situation, die Niemand vorhergesehen hat und somit auch Niemand freiwillig hineingerutscht ist durch falsche Management oder ähnlichem. 

Mir liegen nun Zahlen aus einer Studie aus 2019 vor, die sich auf die Geschäftszahlen von AIDA Cruises im Jahr 2018 beziehen, die deutlich aufzeigen, welchen wirtschaftlichen Einfluss AIDA Cruises in Deutschland hat und auch wie viele Menschen mittelbar und unmittelbar von und mit AIDA Cruises ihre Existenzen wahren können.

Gesamteuropäisch gesehen hat AIDA Cruises einen wirtschaftlichen Beitrag von 5,3 Milliarden Euro geleistet, 27.000 Arbeitsplätze mittel- und unmittelbar unterstützt, 3300 Lieferanten genutzt und 1,1 Millionen Urlauber befördert. Das ist auf europäischer Ebene schon eine enorme Zahl. Die Zahlen rein auf Deutschland bezogen sind aber nicht weniger imposant. Die 5,3 Milliarden Euro teilen sich auf in Gästeaktivitäten, Hafenkosten, An- und Abreise, Beschäftigung und Entwicklung, Schiffbau und andere Einkäufe.

Im übrigen ist der wirtschaftliche Faktor von AIDA Cruises in Italien, im Flaggenstaat der Schiffe im Vergleich zum Input in Deutschland überhaupt nicht relevant – dazu die Zahlen: 

5,3 Milliarden Euro Gesamt in Europa teilen sich wie folgt auf: 

  • Deutschland – 3,4 Milliarden Euro / 15.611 Arbeitsplätze / 931.981 Passagierbewegungen
  • Spanien – 405 Millionen Euro / 2485 Arbeitsplätze / 1,7 Millionen Passagierbewegungen
  • Italien – 250 Millionen Euro / 1280 Arbeitsplätze / 706.198 Passagierbewegungen
  • Norwegen – 173 Millionen / 560 Arbeitsplätze / 646.927 Passagierbewegungen
  • Frankreich – 93 Millionen / 465 Arbeitsplätze / 358.874 Passagierbewegungen

Die wirtschaftliche Leistung der Kreuzfahrt-Industrie im Gesamten beträgt 41,6 Milliarden US-Dollar, 30 Millionen Gäste werden befördert auf 410 Schiffe im internationalen Gesamtmarkt.

Runter gebrochen auf Deutschland, hatte AIDA Cruises in 2018 eine wirtschaftliche Leistung von 3,4 Milliarden Euro, hat mittelbar und unmittelbar 15611 Arbeitsplätze im Land unterstützt und Aufträge an 2645 Firmen gegeben. Hier sprechen wir von Kleinunternehmen bis hin zu Großkonzernen.

Das Ganze können wir auch auf Regionen runter brechen, so werden in Mecklenburg-Vorpommern 209,2 Millionen Euro verbucht, 351 Lieferanten mit Aufträgen versorgt und 1802 Arbeitsplätze bespielt.

Hamburg hat den meisten Impact von AIDA Cruises, dort sind es 595 Millionen Euro, 758 Lieferanten und 2595 Arbeitsplätze die von AIDA profitieren.

Auch Kiel kommt nicht zu kurz, dort befinden sich 23 Lieferanten, 277 Arbeitsplätze und 40,2 Millionen Euro die sich AIDA Cruises auf die Fahne schreiben kann.

Das heisst allein auf den Norden von Deutschland entfallen 1,6 Milliarden Euro. 8414 Arbeitsplätze profitieren von dem Unternehmen sowie 1400 Lieferanten.

Vergessen dürfen wir in Norddeutschland auch nicht die Meyer Werft, sowie deren Tochter Neptun Werft und Caterpillar. Durch die Bestellung der drei LNG-Kreuzfahrtschiffe in Papenburg wurde ein Investitionsvolumen von 3 Milliarden Euro aktiviert, wobei diese aber nicht im Gesamten in die Studie eingelaufen sind, da 2018 ausschließlich die Nova im wirtschaftlichen Teil berücksichtigt wurde. Man erkennt hier aber sehr deutlich, dass die Werften in Deutschland massiv von AIDA Cruises profitieren. 

So wurden von den aktuell 14 AIDA Kreuzfahrtschiffen nahezu alle Schiffe in Papenburg auf der Meyer Werft gebaut, das betrifft die komplette Sphinx-Klasse mit sieben Einheiten, sowie die AIDAnova, insgesamt bisher also 8 Kreuzfahrtschiffe in den letzten 13 Jahren. Um auch hier zahlen zu nennen, es wurde mal kolportiert, dass eine Sphinx-Klasse etwa 350 Millionen Euro gekostet haben soll, das wäre dann entsprechend ein Investitionsvolumen von 2,45 Milliarden Euro. Insgesamt also über 5 Milliarden Euro die AIDA Cruises in Deutschland für den Schiffsbau investiert hat. Da reden wir aber noch lange nicht über die zusätzlichen Millionen in dreistelliger Höhe was den Einsatz für den Umweltschutz, sowie Forschung und Entwicklung über LNG hinaus in Brennstoffzellen und Batterien betrifft.

AIDAaura (2003) und AIDAvita (2002) wurden ebenfalls in Deutschland gebaut, allerdings in Wismar. Neben AIDAcara die seinerzeit 1996 in Finnland gebaut wurde, sind AIDAprima und AIDAperla die einzigen Schiffe von AIDA Cruises die nicht in Deutschland gebaut wurden. Sie wurden in Japan bei Mitsubishi gebaut, allerdings mit sehr vielen deutschen Zulieferern, so dass auch hier die deutsche Industrie massiv eingebunden wurde in die Prozesse. AIDAmira läuft hier außer Konkurrenz, sie ist gebraucht zugekauft worden und wurde von AIDA nicht in Auftrag gegeben.

Das sind allein die Zahlen aus Deutschland, das kann man auch auf die Welt ausweiten, allerdings ging es ja darum, wieso man AIDA in Deutschland keinen Kredit gewähren soll, sie würden hier ja nichts leisten, ich denke, dass ist hiermit widerlegt. 

Was die Welt angeht, AIDA Cruises fährt 289 Destinationen an und bringt mit jedem Anlauf in einen Hafen auch enorme Mengen an Geld mit. Insgesamt waren die AIDA Schiffe in 2019 genau 3102 Mal in einen Hafen weltweit eingelaufen. 

Die Gästestruktur ist auch eindeutig, von den über 1 Millionen Gästen im Jahr kamen 94,9 Prozent aus Deutschland, 2,2 Prozent Sonstige, 1,8 Prozent aus Österreich und 1,1 Prozent aus der Schweiz.

Die Zahlen und noch ganz viel mehr interessante Dinge rund um AIDA Cruises kann man der Impact Studie aus 2019 entnehmen. Ich denke diese Studie und die darin enthaltenen Zahlen rund um die Wirtschaftskraft zeigen sehr deutlich, wie wichtig AIDA Cruises für den deutschen Touristik-Markt ist. Auch dazu habe ich noch ein paar Zahlen.

Die gesamte Touristik in Deutschland setzt 105,3 Milliarden Euro um. Das entspricht etwa 3,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts in Deutschland. Es gibt insgesamt in der deutschen Touristik rund 3 Millionen Arbeitnehmer. Das entspricht jedem siebten Arbeitsplatz in Deutschland.

Als Vergleich, der deutsche Einzelhandel setzt 3,3 Prozent des BIP um, der deutsche Maschinenbau 3,5 Prozent. Man sieht also schon sehr deutlich wie wichtig der Tourismus in Deutschland für die Wirtschaft ist.

 

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2 Kommentare zu „AIDA Cruises Kredit: Darum ist eine Vergabe in meinen Augen gerechtfertigt!“

  1. Stefan Witzigmann

    Einfach nur lächerlich und alles nur Halbwahrheiten.
    Wie viele deutsche sind denn tatsächlich von der genannten Zahl bei AIDA angestellt?

    Und bitte führen Sie doch noch in Ihrem tollen Artikel aus wenn Sie schon das BIP des Tourismus in Deutschland erwähnen wo denn der Löwenanteil der Steuern von AIDA hingeht?

    Ach ja richtig. GENUA Italien.

    Eine Frechheit so einen scheiss zu Promoten.

    1. Eigentlich ist dein Kommentar eine Frechheit. Wenn Du schon erklärst, dass ich Lügen vebreite, dann schaff doch belegbare Fakten mit deinem Kommentar.

      Lächerlich ist im Übrigen deine gesamte Argumentation, würde Aida in Italien Milliarden investieren und nicht in Deutschland, dafür aber in Deutschland Steuerb zahlen, dann bekäme Deutschland nur sehr wenige Millionen, da Aida wie alle anderen Reedereien in Deutschland die Tonnagenbesteuerung auswählen kann.

      Kannst Dich ja einfach mal richtig informieren und dann probierst Du das nochmal, Du frecher Kerl Du!

      PS: Wie viel Mitarbeiter in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind steht im Beitrag. Einfach mal richtig lesen und auch verstehen was da so alles steht.

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